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Startschuss für die Open Hardware License

Nachdem im März 2011 die Open Hardware License 1.0 noch als Alpha-Version vom Forschungszentrum CERN veröffentlicht wurde, ist im Juli 2011 die Open Hardware License 1.1 erschienen, die nun neben Hardware-Designs auch Vertriebsmethoden und Fertigungstechniken einschließt.

 

Die auch als OHL abgekürzte Lizenz wurde erstmals von Forschern des CERN auf Open Hardware Repository (OHR) veröffentlicht; eine Plattform, die sich insbesondere an Elektronik-Designer richtet, die auf Basis von offenen Hardware-Designs zusammenwirken wollen. Das Konzept der offenen Hardware-Designs ist dabei an die Vorstellungen der Open-Source-Software-Bewegung angelehnt.

 

Die OHL dient laut CERN dazu, die Verwendung, das Kopieren, das Verändern und die Weitergabe von Hardware-Designs sowie die Herstellung und Weitergabe von Produkten auf quelloffener Basis zu regeln. Der Begriff Hardware-Design umfasst dabei Schaltpläne, Entwürfe, Schaltkreis- und Platinen-Layouts, technische Zeichnungen, Ablaufpläne, beschreibende Texte sowie weiteres erklärendes Material. „Für uns ist das Streben nach offener Hardware weitgehend durch den gut gemeinten Neid auf unsere Kollegen motiviert, die Gerätetreiber für Linux entwickeln“, sagt Javier Serrano, Ingenieur in der Strahlungsabteilung des CERN und Gründer des OHR. „Sie sind Teil einer sehr großen Designer-Gemeinschaft, die ihr Wissen und ihre Zeit teilen, um das bestmögliche Betriebssystem zu entwickeln. Wir hatten das Gefühl, dass es keinen wesentlichen Grund gibt, warum das bei der Entwicklung von Hardware anders sein sollte.“, So Serrano weiter.

 

Auch der Embedded-Linux-Branche bieten sich dadurch neue Möglichkeiten. Das Design eines vollständig eingebetteten Linux-Systems kann nun auch hardwareseitig auf Basis von Open-Source entwickelt werden. Dies sollte insbesondere auch dem verzahnten Entwurf von Hardware und Software, dem so genannten Hardware/Software-Codesign, zugute kommen, das heutzutage notwendig ist, um möglichst effiziente eingebettete Systeme zu realisieren – ganz nach dem Motto „the best of both worlds“.

 

Das CERN hat zur Open Hardware License 1.1 eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht. Alles weitere rund um Open Hardware bietet die Plattform Open Hardware Repository. Außerdem findet am 9. Oktober 2011 in Grenoble ein Workshop zu Open Hardware im Rahmen der 13. internationalen Konferenz „Accelerator and Large Experimental Physics Control Systems“ statt.