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Linux 3.3 freigegeben

Nach etwas mehr als zehnwöchiger Entwicklungszeit hat Linus Torvalds am 19. März 2012 den Linux Kernel 3.3 freigegeben. Große Überraschungen birgt die neue Version nicht. Wie üblich sind aber zahlreiche Änderungen, Updates und Optimierungen im gewohnten Umfang erschienen.


Einige Highlights werden in den folgenden Abschnitten angerissen und näher erläutert.

 

Eine Anpassung erhielt erneut der Grafiktreiber von Intel. Es handelt sich dabei wieder um die Stromspartechnik RC6. Probleme verursacht immer noch das Aktivieren der höchsten Stromsparstufe RC6p auf Intel-Prozessoren der Generation Sandy-Bridge. Der neue Linux-Kernel meidet nun diesen Zustand, auch wenn RC6 vom Benutzer manuell aktiviert werden sollte.

 

Mit dem Nouveau-DRM/KMS-Treiber wird nun erstmals bei Grafikchips von Nvidia ab NVA3 die Audio-Ausgabe via HDMI unterstützt. Auch für Evergreen -Grafikchips von AMD wird die Audio-Ausgabe via HDMI nun vom Radeon-DRM/KMS-Treiber unterstützt.

 

Im Bereich Netzwerk wurde ein Ethernet-Teaming-Treiber aufgenommen. Damit können mehrere Netzwerk-Ports zu einem virtuellen Port verbunden werden. Dieser ist in der Lage abzuarbeitende Pakete in einem Round-Robin-Verfahren an mehrere Ports zu verteilen oder kann einspringen, sofern es Probleme mit dem primären Netzwerk-Anschluss gibt.

 

Für SSDs, die via PCI oder PCIe angebunden sind, ist nun ein Treiber für NVMe (Non-Volatile Memory Express) vorhanden. Für Software-RAIDs erhielt der dafür zuständige MD-Code eine „Hot Replace“-Funktion. Diese reduziert die Gefahr eines Datenverlusts beim Austausch von Datenträgern eines RAIDs. Am Dateisystem Btrfs sind einige Änderungen am Balancing- und Restriping-Code vorgenommen worden. Dieser Code ist für das Umverteilen von Daten innerhalb von Btrfs-Laufwerken zuständig. Durch die Änderungen lassen sich erzeugte RAIDs umbauen. Beim Ext4-Dateisystem kümmert sich ab sofort nicht mehr ein Userspace-Programm um die Größenanpassung des Dateisystems, sondern der Kernel selbst. Dadurch soll der Anpassungsprozess beschleunigt werden.

 

Der Kernel 3.3 nutzt jetzt die PCIe-Stromspartechnik „Active State Power Management“ (ASPM) auch dann, wenn das BIOS dem Kernel Ungewissheiten zwischen der Hardware-Konfiguration und den ASPM-Informationen meldet. Außerdem kann durch Änderungen am ARM-Code nun „Large Physical Address Extension“ (LPAE) verwendet werden, wodurch zum Beispiel der Code für die S390-Architektur nicht mehr nur bis zu 3,8 TB sondern bis zu 64 TB adressieren kann.

 

Von den meisten hier vorgestellten Neuerungen dürften hauptsächlich Administratoren und Entwickler profitieren. Spürbare Änderungen für Anwender sind aber durch zahlreiche aktualisierte und neue Treiber zu erwarten.

 

Mehr Informationen zu diesen und weiteren Neuerungen sind der Release-Mail von Linus Torvalds zu entnehmen oder einem ausführlichen Artikel auf heise.de.