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Linux 3.2 freigegeben

Anfang Januar 2012 hat Linus Torvalds den Linux Kernel 3.2 freigegeben. Nachdem der letzte Kernel aufgrund des Einbruchs bei kernel.org mit einer drei- bis vierwöchigen Verspätung im Vergleich zu den sonst üblichen Release-Abständen veröffentlicht wurde, ist Linux 3.2 nun wieder nach dem üblichen Entwicklungszeitraum erschienen.


Wie immer sind im neuen Kernel zahlreiche Änderungen und Neuerungen eingeflossen, von denen einige Highlights in den folgenden Abschnitten angerissen und näher erläutert werden.

 

Die Intel Grafikkern-Stromspartechnik RC6 wird im aktuellen Release nun standardmäßig vom DRM/KMS-Treiber aktiviert, nachdem sie in Linux 3.1 wegen vorhergehender Probleme zwar unterstützt wurde, aber noch manuell aktiviert werden musste. Durch RC6 lassen sich mehrere Watt an Leistungsaufnahme einsparen, wodurch insbesondere mobile Geräte in Bezug auf ihre Akkulaufzeit profitieren dürften.

 

Im Bereich Netzwerk wurde der TCP-Stack um die Funktion „Proportional Rate Reduction (PRR)“ erweitert. Dem Entwickler zufolge können damit HTTP-Antwortzeiten um drei bis zehn Prozent reduziert werden. Hinsichtlich WLAN zogen die Treiber Brcm80211 von Broadcom und Ath6kl von Atheros vom Staging-Bereich in das Netzwerk-Subsystem ein.

 

Auch bei den Dateisystemen gab es wieder einige Optimierungen. Für das Dateisystem Btrfs existiert jetzt eine „Recovery“-Funktion, mit der bei Beschädigung des Root-Knotens ein alternativer verwendet werden kann. Trotz weiterer Korrekturen ist das Dateisystem immer noch als experimentell einzustufen. Das Dateisystem Ext4 unterstützt nun „Big Allocation Blocks (Bigalloc)“. Dabei werden die 4K-Datenspeicherblöcke zu 1 MByte großen Clustern gebündelt, wodurch die Performance gerade beim Speichern großer Dateien aufgrund des gesenkten Verwaltungs-Overheads verbessert werden kann.

 

Performance-Steigerungen sind auch durch einen überarbeiteten Writeback-Code zu erwarten. Dieser drosselt diejenigen Programme nun effizienter, die zu viele Daten zum Schreiben anliefern. Dadurch soll verhindert werden, dass das System durch Ansammlung großer Datenmengen im Zwischenspeicher überlastet wird und nicht mehr schnell auf Benutzereingaben reagieren kann.

 

Obwohl Torvalds in seiner Release-Mail nur von winzigen Änderungen spricht, profitieren Anwender, Administratoren und Entwickler wieder von zahlreichen neuen Treibern und Optimierungen.

 

Mehr Informationen zu diesen und weiteren Neuerungen sind der Release-Mail von Linus Torvalds zu entnehmen oder einem ausführlichen Artikel auf heise.de.