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Linux Kernel Latenzzeitmessungs-Tool von Intel

Das Open Source Technology Center von Intel hat eine Software mit dem Namen LatencyTOP veröffentlicht, die es ermöglicht, Latenzzeiten von Prozessen unter Linux zu messen und darzustellen. Dies ist besonders für Programmierer interessant, die bis heute diese Zeiten nur schwer einschätzen konnten.

Latenzzeiten kommen häufig vor und können einfach als Verzögerungszeit einer Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis betrachtet werden. Die Latenz ist also die Zeit, die ein Prozess warten muss, um auf eine Ressource zugreifen zu können. Ein Beispiel dafür sind stockende Audio- oder Video-Ausgaben.

In den vergangenen Jahren wurde einiges dafür unternommen, die Latenzzeiten im Linux Kernel zu verringern. Gänzlich verhindern lassen sie sich allerdings nicht. Besonders die Implementierung von Präemptiven-Multitasking konnte einige Erfolge erzielen. Hierbei steuert der Kernel die Abarbeitung der Prozesse und kann diese nach bestimmten Regeln anhalten oder weiterführen.

Das Aufspüren von Code, der zu höherer Latenz führt, war bisher sehr kompliziert und oft nur auf das Gefühl der Programmierer zurückzuführen. Mit dem neuen Tool von Intel ist es nun möglich, umfangreiche Messungen der Latenzzeiten bestimmter Prozesse zu erstellen. LatencyTOP ähnelt - wie der Name schon vermuten lässt - stark dem Programm top welches ebenfalls Prozessinformationen ausgibt.

Will man mit LatencyTOP Latenzzeiten messen, muss man zuvor seinen Linux Kernel mit einem bestimmten Patch ausstatten. Nach Ansicht der Entwickler sind diese Patches im Moment noch nicht stabil genug für den offiziellen Kernel.

Ein Programmierer hat damit eine Software in der Hand, mit dessen Hilfe er nicht vermutete Latenzzeit-lastige Code-Segmente einfacher finden und verbessern kann.

weitere Informationen:
- http://www.latencytop.org/