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NDAs in der Kritik

Im Zuge einer online-Diskussion unter (http://thread.gmane.org/gmane.os.openbsd.misc/118314) wurde erneut ein Problem aufgegriffen, dass weite Teile der Linuxwelt beschäftigt. Im Fokus der Kritik stehen Programmierungen von Linux-Kernel-Treibern, die auf einer NDA-basierten Hardware-Dokumentation aufbauen.


Ursächlich für das schon lange schwelende Problem ist ein Aufruf des Linux-Entwicklers Greg Kroah- Hartmann. Linux-Entwickler sollen vermehrt kostenlos Kernel-Treiber schreiben, die an NDAs gebunden sind. Aus einer solchen Geheimhaltungspflicht ergeben sich zwar Vorteile aber laut einiger Stimmen aus der Community auch gravierende Nachteile. Üblich war diese Vorgehensweise bislang häufig, wenn es um Treiber für Hardware ging, die noch nicht veröffentlicht ist.
Nachteilig daran ist, dass nur wenige Personen an einem solchen Projekt mitwirken können. Gerade Linux lebt ja davon, dass Konzepte immer wieder von vielen Entwicklern durchdacht und verbessert werden sollten, um Fehler zu minimieren. Insbesondere durch das häufige Einsetzen von NDA's von Seiten der Hardware-Hersteller werden weniger Dokumentationen bekannt. Das führt dazu, dass kaum Anregungen für eigene Treiber-Ideen an die Entwickler-Basis gelangen. Ohne die Dokumentationen kann kein Entwickler auf dem Konzept eines anderen aufbauen.
Diese Arbeitsweise wirkt wie eine Täuschung. Es wird vorgegeben „open source“ zu arbeiten, während die entscheidenden Entwicklungs-Grundlagen der Community vorenthalten werden.
Persönlichkeiten, wie Theo de Raat (OpenBSD-Chef) zeigen sich von dieser Art mit Open Source Software zu arbeiten verärgert.
Eine Lösung für diese Problematik ist noch nicht in Sicht, doch lässt sich sagen, dass die Vor- und Nachteile dieser Vorgehensweise stark von dem individuellen Inhalt einer NDA abhängen.

04.04.2007 16:49 (jw)