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Interprozesskommunikationssystem Bus1 vorgestellt

Am 26. Oktober 2016 hat David Herrmann das Interprozesskommunikationssystem (IPC) Bus1 für Linux vorgestellt. Neben Herrmann arbeitet auch Tom Gundersen als Hauptentwickler an dem Projekt mit. Dieses soll als Ersatz für das bisher abgelehnte Kdbus-System dienen, sei aber von Grund auf neu entwickelt.

Nachdem es das Kdbus-System letztlich nicht in den Linux-Kernel schaffte, sahen die Entwickler die Notwendigkeit eines alternativen IPC-Systems, an dem sie seit Ende 2015 arbeiten. Grundsätzlich soll es ähnlich zu Systemen wie Android Binder, Cap’n Proto und seL4 sein. Bus1 solle aber einfacher und flexibler sein sowie durch globale Nachrichtensortierung neben Unicasting auch mit Multicasting umgehen können.

Obwohl das langfristige Ziel die Einbindung von Bus1 in den Linux-Kernel vorsehe, handelt es sich bei der Ankündigung zunächst um einen ersten Entwurf mit der Bitte um Kommentare und Anmerkungen aus der Community. Somit ist noch mit zahlreichen Änderungen und Erweiterungen zu rechnen, bevor eine Einbindung in den Kernel in Erwägung gezogen werden kann.

Bisher bildet eine dezentrale Infrastruktur die Grundlage von Bus1. Mit dieser können Objekte eines Peers (Nodes) zwischen anderen lokalen Peers geteilt werden. Mit so genannten Handles können die Nodes referenziert werden, womit gleichzeitig auch Nachrichten übermittelt werden können. Es können aber nur Nachrichten von einem Peer an einen Node geschickt werden, wenn der Peer das entsprechende Handle besitzt, wodurch exklusive Zugriffsrechte realisiert werden.

Eine genauere Beschreibung von Bus1 sowie weitere Informationen können der Ankündigung von Herrmann entnommen werden.