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Backports und Langzeit-Kernel

Jonathan Corbet hat am 14. September 2016 einen Artikel über Backports und Langzeit-Kernel (LTS: Long Term Suupport) auf LWN.net veröffentlicht.

In dem Artikel diskutiert Corbet den Zweck solcher Backports und LTS-Kernel. Vorausgegangen war eine Mail von Alex Shi, der für den Linux-Kernel bei Linaro zuständig ist. Darin machte Shi der Community den Vorschlag, bei Backports auf ältere LTS-Kernel enger zusammenzuarbeiten. Doch anstatt über eine engere Zusammenarbeit zu diskutieren, entstand schnell eine Grundsatzdiskussion über den Wert von Backports.

Die Community sieht dabei insbesondere den Umgang mit den LTS-Kerneln im Embedded-Bereich als problematisch an. Häufig würden Hersteller die für zwei Jahre bereitgestellten Kernel-Updates nicht einpflegen, da dann die in der Regel häufig eingesetzten Downstream-Backports auch mit viel Aufwand aktualisiert werden müssten. Für Unternehmen ist der Einbau neuer Sicherheitspatches bei kurzen Produkteinführungszeiten bei mehreren Millionen Codezeilen dann wenig attraktiv. Wenn ein alter LTS-Kernel ein neues Gerät durch einige weitere Backports unterstützen kann, sei dies die wahrscheinlichste Lösung, die viele Unternehmen anstreben würden. Hierbei würden Sicherheitspatches aber teilweise vollständig ignoriert, weshalb die Langzeitpflege von einigen Community-Mitgliedern sogar vollständig in Frage gestellt wird.

Für ein Unternehmen wäre es daher besser, einen Mainline-Kernel zu wählen und fortlaufend zu aktualisieren. Greg Kroah-Hartman, LTS-Maintainer, kann diese Situation nachvollziehen, aber bezweifelt, dass diese Vorgehensweise von den meisten Unternehmen befolgt werden würde. Wenn Unternehmen ihre Treiber direkt in den Mainline-Kernel einpflegen würden, hätten Kernel auf eingebetteten Geräten mehr Funktionen und weniger Sicherheitslücken, aber dies entspreche bisher noch nicht der Realität.

Weitere Informationen können dem Artikel von Jonathan Corbet entnommen werden.