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Qt Light für die Embedded-Entwicklung

Nils Christian Roscher-Nielsen hat am 18. August 2016 das Projekt Qt Light vorgestellt. Dieses, speziell auf Embedded ausgerichtete Projekt, soll die Entwicklung auf Ressourcen-limitierten Geräten ab Qt 5.8 deutlich verbessern und vereinfachen.

Bisher sei es sehr umständlich und zeitaufwändig gewesen, Qt für unterschiedliche Betriebssysteme und Geräte so zu konfigurieren, dass alle Hardware-Komponenten und die zur Verfügung stehenden Bibliotheken effizient genutzt werden könnten – bei gleichzeitig schlankem Build, der die nicht verwendeten Features erst gar nicht beinhalte. Qt Light adressiere genau diese Herausforderungen.

Eine der größten Neuerungen soll die Granularität des Konfigurationssystems betreffen, wodurch die inhaltliche Anpassung der Qt-Module ermöglicht werde. Aufgrund der hohen Modularität wäre in einigen Fällen sehr viel Aufwand nötig gewesen, um nur ein oder wenige Features aus einem ganzen Modul zu entkoppeln. Mit der neuen Konfiguration sei dies ab Qt 5.8 bereits für Qt Core, Qt Network, Qt GUI, Qt QML und Qt Quick deutlich einfacher. Zusätzlich zum neuen Konfigurationssystem, soll es eine grafische Oberfläche zur Auswahl und Einstellung diverser Optionen für den Build-Vorgang geben.

Außerdem ermögliche ein neuer Modus die Ressourcen-optimierte Entwicklung durch Einsatz einer minimalen Konfiguration, zu der nachträglich nur zwingend benötigte Features hinzugefügt werden könnten. Durch diese Transparenz soll auch der Einfluss eines jeden Features auf die Gesamtperformance des zu entwickelnden Projekts sichtbar werden. Hierzu will Qt zunächst zwei Referenz-Konfigurationen zur Verfügung stellen.

Um auch auf einfacher Hardware grafische Oberflächen bereitzustellen, könnten mit dem Qt Quick 2D Renderer GUIs ohne OpenGL erstellt werden. Zwar arbeite der Renderer bisher nur in Software, aber er sei auch für die 2D-Beschleunigung designet worden. Da OpenGL nicht mehr zwingend benötigt werde, erweitere sich dadurch auch das Hardware-Spektrum, auf dem Qt genutzt werden könne.

Zur Umsetzung dieser und weiterer Neuerungen sollen zunächst Codeänderungen für die Laufzeitoptimierung und zum RAM-Verbrauch implementiert werden. Nachfolgend stehe die Konfiguration des Gesamtstacks mit anschließender Integration des Toolings im Vordergrund.

Da Qt Light kein eigenständiges Produkt und auch keine Abspaltung von Qt sei, sondern vielmehr Teil des Qt Frameworks, soll es genauso effizient weiterentwickelt und verbessert werden. Ebenso soll das Thema Embedded weiterhin ein integraler Bestandteil der Qt-Strategie bleiben, da insbesondere die Embedded-Linux-Entwicklung als ein wichtiger Trend verstanden werde. Hierüber möchten Nils Christian Roscher-Nielsen und Lars Knoll auch auf dem Qt World Summit sprechen, der vom 18. bis 20. Oktober 2016 in San Francisco stattfinden wird.

Weitere Informationen können der Qt-Ankündigung entnommen werden.