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Diskussionen um Linux-Paketformate

Am 15. Juni 2016 hat Kyle Keen, Paketbetreuer bei Arch Linux, einen kritischen Artikel über neue Linux-Paketformate veröffentlicht, mit denen distributionsunabhängig neueste Softwareversionen installiert werden können.

In Linux-Distributionen steht traditionell der Paketbetreuer zwischen den Anwendern und den Entwicklern. Neue Paketformate verdrängen aber zunehmend diese traditionelle Rolle der Paketbetreuer. Dies rührt unter anderem daher, dass sich Distributionen einerseits auf eine bestimmte Auswahl mit festen Softwareversionen beschränken und sich Nutzer aber andererseits häufig die neuesten Softwareversionen wünschen. Neue Paketformate wie AppImage, Flatpak oder Snappy können diesen Nutzerwunsch erfüllen, indem sie Anwendungen in der neuesten Version distributionsunabhängig bereitstellen – vergleichbar mit der Software-Installation aus App-Stores für Smartphones. Solche Paketformate sieht Keen sehr kritisch, da es bereits nach kurzer Zeit zu einer Fülle an Software kommen kann, die zwar für denselben Zweck entwickelt wurde, aber nicht alle Nutzeransprüche erfüllt und bei der jede Software eigene Probleme mit sich bringt. Das Überangebot an Software lasse sich dann kaum noch in Bezug auf Qualität, Sicherheit, Effizienz und Redundanz kontrollieren. Hier sieht Keen den Vorteil der Paketbetreuer in Distributionen, die als regulierende Instanz zwischen Nutzern und Entwicklern agieren: So verantworten sie unter anderem direkt, welche Software in welcher Version in einer Distribution enthalten ist und gewährleisten darüber hinaus die Funktionalität im Zusammenspiel mit anderen Anwendungen. Je nach Lizenz können sie sogar Modifikationen an der Software vornehmen, um sie optimal an die Distribution anzupassen. Schädliche Software könne so auf Dauer erst gar nicht in die Distribution gelangen, da vorsätzlich oder fahrlässig agierende Paketbetreuer relativ schnell ersetzt werden könnten. Damit ließen sich laut Keen erst gut funktionierende Systeme realisieren. Diese Sichtweise, die Keen in seinem Artikel ausführlich erläutert, hat in kurzer Zeit eine sehr kontroverse Diskussion hervorgerufen., da auch viele gegenstimmige Meinungen zu dem Thema existieren.

Eine interessante Diskussion ist zum Beispiel auf lwn.net zu finden. Weitere Informationen zu Keen's Sichtweise können seinem Artikel entnommen werden.