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IoTivity und AllJoyn könnten zusammengeführt werden

Auf dem OpenIoT-Summit der Embedded Linux Conference (ELC) hat Mike Richmond von der Open Connectivity Foundation (OCF) am 4. April 2016 eine Keynote über die mögliche Zusammenarbeit und Zusammenführung der beiden quelloffenen IoT-Frameworks IoTivity (OCF) und AllJoyn (AllSeen Alliance) gehalten.

Eine Zusammenarbeit biete sich an, da die OCF ebenso wie die AllSeen Alliance von der Linux Foundation gehostet wird. Zudem sind der OCF inzwischen Unternehmen wie Qualcomm, Microsoft und Electrolux beigetreten, die ebenso bereits bei der AllSeen Alliance mitwirken.

Die AllSeen Alliance wurde bereits im Dezember 2013 gegründet, als sich die Linux Foundation mit Qualcomm, Haier, LG, Panasonic, Sharp, Cisco und weiteren Unternehmen zusammenschloss, um gemeinsam am AllJoyn-Framework von Qualcomm zu arbeiten. IoTivity hingegen wurde erst sechs Monate später, im Juli 2014, durch das Open Interconnect Consortium (OIC) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählten unter anderem Intel, Atmel, Dell und Samsung. Nachdem das OIC im November 2015 die Aktivitäten des Universal Plug and Play (UPnP) Forums akquiriert hatte, entstand im Februar 2016 aus dem OIC die Open Connectivity Foundation (OCF).

Mike Richmond sieht aber in den beiden Aktivitäten viele Gemeinsamkeiten. So basieren beide Projekte auf horizontalen und überwiegend Middleware-orientierten Frameworks, die im Bezug auf Betriebssysteme und Wireless-Standards agnostisch sind. Grundsätzlich kann sich Mike Richmond eine Zusammenführung vorstellen, aber neben technischen Details sieht er den „politischen Teil“ als die größere Herausforderung an. Am Ende seiner Keynote bat Mike Richmond noch Greg Burns auf die Bühne, der zu Beginn beim Qualcomm Innovation Center einer der Hauptakteure rund um das AllJoyn-Framework war. Inzwischen ist er führender Technologieexperte für IoT-Software bei Intel und einer der Hauptbefürworter für die Zusammenführung beider Frameworks, die letztendlich auf einen einzigen IoT-Standard abzielen. Bei einer möglichen Zusammenführung beider Frameworks könnte insbesondere die von Microsoft zur AllSeen Alliance beigesteuerte Device System Bridge hilfreich sein, die die Interoperabilität zwischen AllJoyn mit IoTivity und anderen IoT-Protokollen ermöglicht, so Philip DesAutels, Senior IoT-Direktor der Linux Foundation.

Jedoch gibt es noch weitere Aktivitäten hinsichtlich eines universellen IoT-Standards, die bei einer möglichen Zusammenführung berücksichtigt werden sollten. Auf der ELC gab es beispielsweise einen Vortrag von Bruce Beare von Intel zu Google's Weave-Framework und Phil Coval von Samsung sprach über die Integration von IoTivity mit Tizen, die Samsung zunehmend bevorzuge.

Die Keynote von Mike Richmond kann in voller Länge online angesehen werden. Daneben gab es noch eine weitere Präsentation über die Vereinbarkeit von AllJoyn und IoTivity. So sieht Art Lancaster, CTO bei Affinegy, zwar auch ein hohes Maß an möglicher Interoperabilität, dennoch geht er in der Präsentation überwiegend auf Vorteile der AllSeen Alliance ein.

Weitere Informationen zum Thema sind in einem linux.com-Artikel von Eric Brown zu finden.