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VDC attestiert gute Aussichten für Embedded Linux

Im März 2015 hat VDC Research eine neue Studie über den Markt für eingebettete Betriebssysteme veröffentlicht. Den Studienergebnissen zufolge soll der Marktanteil von ausgelieferten Open-Source-Linuxsystemen von 56,2% aus dem Jahr 2012 auf 64,7% im Jahr 2017 steigen.

 

Das Wachstum entspreche einer jährlichen Rate von 16,7%. Der Marktanteil von kommerziellen Linux-Distributionen und anderen kommerziellen und frei verfügbaren Embedded- und Echtzeitsystemen soll dagegen zurückgehen. Dennoch soll der Marktanteil für eingesetzte Linuxsysteme im Mittel auf insgesamt 70,2% steigen. Der Zuwachs sei vor allem auf Entwicklungen im Bereich „Internet of Things“ (IoT) zurückzuführen. Insbesondere für vernetzte Geräte wie IoT-Gateways sei Linux mittlerweile das primäre Betriebssystem.

 

In den Einschätzungen der Studie wurde das Linux-basierte Android übrigens nicht berücksichtigt. In vielen Fällen sei dies auch keine direkte Konkurrenz für Linux-Systeme. Vielmehr verdränge es Windows Embedded aus Bereichen, in denen sich Windows gegenüber Linux bislang behaupten konnte. Dazu würden zum Beispiel Infotainmentsysteme im Automobil, medizinische Geräte oder auch tragbare Militärgeräte zählen. In typischen IoT-Anwendungen wie Connected Home und industrielle Automation dominiere aber vor allem Linux – sogar Google's Nest setze auf Linux anstatt auf Android.

 

Neben Android blieben auch kundenspezifische Betriebssysteme in den Projektionsergebnissen der Studie unberücksichtigt. Diese würden dennoch zusammen mehr als ein Drittel der gesamten Embedded-Projekte repräsentieren. Nach Angaben von VDC soll sich dieser Bereich zurückentwickeln, da Systemansprüche und Sicherheitsaspekte zunehmen.

 

Einen großen Einfluss auf die weitere Marktentwicklung könne aber Windows 10 haben, das einen 6,6 GB kleineren Fußabdruck als Windows 8 habe. Zudem soll es eine frei verfügbare (aber nicht vollständig quelloffene) IoT-Version geben. Diese soll sogar auf klassischen Linux-Boards wie dem Raspberry Pi 2 sowie auf Intel's MinnowBoard Max und dem Qualcomm Dragonboard 410 laufen.

 

Weitere Informationen können einem Artikel von Eric Brown sowie der Studie selbst entnommen werden.