Font Size

Cpanel

Visio.M Automotive Service Bus wird Open Source

In einer Pressemitteilung der Technischen Universität München (TUM) wurde am 10. März 2015 bekannt gegeben, dass der aus dem Forschungsvorhaben Visio.M resultierende Automotive Service Bus zukünftig quelloffen zur Verfügung gestellt wird.

 

Als ein Nebenresultat des Forschungsvorhabens Visio.M, das die Entwicklung eines attraktiven Elektrofahrzeugs beabsichtigt, ist ein zweischichtiges IT-System entstanden, dass die zunehmende Komplexität im Auto beherrschbarer und sicherer machen soll. Dabei werden einerseits fahr- und sicherheitsrelevante Funktionen und andererseits Komfortfunktionen sowie die Fahrer-/Internetkommunikation strikt voneinander getrennt. Zur Erhöhung der Sicherheit laufen beiden Schichten auf unterschiedlichen Plattformen. Ein zentrales Steuergerät übernimmt die Regelung der wichtigen Funktionen. Daneben wurde ein Automotive Service Bus entwickelt, über den alle Fahrzeugkomponenten miteinander kommunizieren können. Das System unterscheidet dabei zwischen „Nachrichten“ wie beispielsweise der aktuellen Position, „Kommandos“ wie beispielsweise ein neuer Sollwert für die Klimaanlage und „Präferenzen“ wie beispielsweise die Musikvorlieben des Fahrers. Als Schnittstelle zum Fahrer kommt eine grafische Touchscreen-Oberfläche zum Einsatz, die hauptsächlich auf Wisch-Gesten reagiert. Dadurch soll die Ablenkung während des Fahrens minimiert werden.

 

Vorteil des Automotive Service Bus ist die Tatsache, dass durch das Zweischicht-System zukünftig Updates und andere Anpassungen zu beliebigen Zeitpunkten durchgeführt werden können. Somit muss keine Änderung am Fahrzeug selbst vorgenommen werden. Auch die Hersteller können davon profitieren, indem sie so genannte Premium-Services gegen einen Aufpreis freischalten können ohne in das Fahrzeug selbst eingreifen zu müssen.

 

Das Elektroauto Visio.M erhielt im Oktober 2014 seine Straßenzulassung und wurde auf der CeBIT 2015 präsentiert. Der dabei entwickelte Automotive Service Bus soll nun unter einer quelloffenen Lizenz zur Verfügung gestellt werden. Der Bus basiert auf der OSGi-Softwareplattform (Open Service Gateway Initiative), die JAVA-basiert auf allen gängigen Betriebssystemen läuft. Das Linux-basierte Pandaboard dient als Hardwareplattform. Die zentrale Steuereinheit wird hingegen durch den Projektpartner IAV bereitgestellt.

 

Das Projekt wird im Rahmen des IKT 2020 Förderprogramms mit dem Schwerpunkt „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität – STROM“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über 2,5 Jahre mit insgesamt 10,8 Millionen Euro gefördert. Neben der TUM und dem Konsortialführer BWM Group gehören die Partner Autoliv B.V. & Co. KG, Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST), Continental Automotive GmbH, Daimler AG, Finepower GmbH, Hyve AG, IAV GmbH, InnoZ GmbH, Intermap Technologies GmbH, LION Smart GmbH, Siemens AG, Texas Instruments Deutschland GmbH und TÜV SÜD AG zu den Projektpartnern.

 

Weitere Informationen können der Pressemitteilung oder der Visio.M-Seite entnommen werden.