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FSFE veröffentlicht Jahresbericht 2017

Am 7. Dezember 2017 hat die Free Software Foundation Europe (FSFE) ihren Jahresbericht vorgelegt. Darin werden die wichtigsten Aktivitäten und Ergebnisse des Jahres 2017 zusammengefasst.

So startete die FSFE die Kampagne „Public Money, Public Code“, die auf der Idee fußt, dass öffentlich finanzierte Software unter einer freien Lizenz für jeden zur Verfügung stehen sollte. Zu diesem Zweck wurde eine Kampagnenseite aufgesetzt, ein offener Brief verfasst und ein Video erstellt. Zwar befindet sich die Kampagne noch im Anfangsstadium, jedoch soll sie bis mindestens 2019 fortgeführt werden. Das Ziel ist es Politiker von der Idee zu überzeugen, sodass öffentlich finanzierte Software automatisch unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden muss.

Darüber hinaus setzte die FSFE gemeinsam mit dem OpenForum Europe die Webseite „Save Code Share“ auf und verfasste ein White Paper sowie einen offenen Brief, um dem Entwurf einer EU-Richtlinie („Artikel 13“) entgegenzuwirken. Diese Richtlinie würde von allen Hosting-Anbietern einen Upload-Filter fordern, der das Hochladen jeglicher Arbeiten blockiert, die Urheberrechte verletzen. Außerdem sollen Serviceanbieter ihre Nutzer dahingehend überwachen und aktiv nach möglichen Urheberrechtsverletzungen suchen. Problematisch sei allerdings, dass ein solcher Filter kaum zu realisieren ist und weitere negative Auswirkungen auf die Verwendung und Verbreitung freier Software haben könnte.

Zudem hat die FSFE ihre „REUSE Initiative“ gestartet, die bewährte Vorgehensweisen zur Code-Lizenzierung empfiehlt, sodass Urheberrechts- und Lizenzinformationen nicht nur von Menschen sondern auch von Computern gelesen werden können. Dies könnte beispielsweise für große Softwareprojekte hilfreich sein. Die dazu ins Leben gerufene Webseite bietet unter anderem ein Video sowie zusätzliche Ressourcen für Entwickler. Außerdem wird an einem Tool gearbeitet, mit dem Entwickler ihre Software REUSE-konform machen können.

Die FSFE aktualisierte darüber hinaus das sogenannte „Fiduciary Licence Agreement“ auf Version 2.0, mit dem freie Projekte ihr Urheberrecht abtreten können, sodass sie sich bei rechtlichen Auseinandersetzungen vertreten lassen können. Die überarbeitete Fassung wurde dabei zusätzlich um das Thema Patente erweitert. Um die Vereinbarung einfacher nutzen zu können, wurde sie in den Copyright Licensing Agreement Generator von ContributorAgreements.org integriert.

Es gab noch zahlreiche weitere Aktivitäten im Jahr 2017, darunter der zehnte „Legal and Licensing Workshop“, das „European Free Software Policy Meeting“, die Kampagne „Ask your candidates“, ein neuer Git-Hosting-Service (git.fsfe.org), die Unterstützung investigativer Journalisten sowie Anstrengungen zur Aufrechterhaltung des LiMux-Projekts.

Insgesamt hat die FSFE im Jahr 2017 an 75 Events in 11 Ländern teilgenommen. Neben Vorträgen hat die FSFE dabei bei 15 Veranstaltungen einen eigenen Stand aufgebaut. Außerdem wurden 233 kostenlose Boxen mit Stickern, Flyern und Ballons verschickt, um freie Software zu promoten. Finanziell konnte die FSFE ihre Einnahmen von 2015 auf 2016 um 45% auf 650.000€ steigern. Im gleichen Zeitraum stiegen die Kosten nur um knapp 9%. Die deutliche Steigerung der Einnahmen ist hauptsächlich auf großzügige Spenden zurückzuführen.

Details und weitere Informationen sind der Meldung der FSFE zu entnehmen.