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Open Source und Embedded Linux nehmen an Bedeutung zu

Im April 2017 hat AspenCore die „2017 Embedded Markets Study“ herausgegeben. Ziel ist es, eine weltweite Übersicht des Markts eingebetteter Systeme bereitzustellen. Die Ergebnisse umfassen nicht nur die eingesetzten Technologien, sondern auch alle Aspekte eingebetteter Entwicklungsprozesse, Internet der Dinge (IoT) und innovative Technologien, eingesetzte Werkzeuge und Arbeitsumgebungen sowie favorisierte Marken und Prozessorchips.

Um Trends feststellen zu können werden mehrere der Fragen bereits seit drei bis fünf Jahren in Folge erfragt. Jedoch werden globale Trends nicht ausgeglichen widergespiegelt, da die Teilnehmer zu 56,3% aus den USA und Kanada stammen, zu 25,2% aus Europa und nur zu 10,6% aus Asien, 4,3% aus Südamerika,1,7% aus Afrika und dem Nahen Osten sowie 1,9% aus Australien. Im Durchschnitt sind die Umfrageteilnehmer zudem bereits knapp 25 Jahre im Berufsleben und arbeiten in Teams mit einer durchschnittlichen Anzahl von 14,8 Ingenieuren in Unternehmen mit einer durchschnittlichen Angestelltenzahl von 3452. Jedoch arbeiten etwa 47% der Umfrageteilnehmer in Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern. Die Datenlage der diesjährigen Studie ist zwar im Vergleich zu den vorherigen Jahren etwas geringer (1234 Teilnehmer im Jahr 2017 gegenüber 1807 im Jahr 2015), jedoch kann dabei immer noch von einer hohen Aussagekraft ausgegangen werden. Die Teilnehmer für die online erhobene Umfrage wurden per E-Mailverteiler über EETimes und Embedded.com sowie ähnlichen Marken eingeladen.

Hinsichtlich des Internets der Dinge schätzen über 50% der Befragten die Bedeutung des IoT als wichtig bis kritisch wichtig ein, wobei überwiegend auf industrielle (42%) und Sensor-getriebene Anwendungen (39%) abgezielt wird. So arbeiten bereits 63,5% der Befragten an mindestens einem IoT-Projekt. Innerhalb eingebetteter Systeme ist aktuell Embedded Vision eine der wichtigsten Technologien (50%), wobei für kognitive Fähigkeiten durch maschinelles Lernen im kommenden Jahr fast eine Verdopplung erwartet wird (25 --> 47%). Darüber hinaus nimmt digitale und auch analoge Signalverarbeitung an Bedeutung zu (+ 4-7%). Als Board werden aktuell überwiegend eigene (26%) oder proprietäre Lösungen (23%) eingesetzt, jedoch könnte das Raspberry Pi im kommenden Jahr deutlich an Bedeutung zunehmen (16 --> 23%). Wichtigste Programmiersprache bleibt C (56%), die jedoch gegenüber C++ (22%) und anderen Sprachen im Vergleich zur Umfrage aus 2015 etwas an Bedeutung verloren hat. Als besondere Herausforderung im Entwicklungsprozess werden Debugging (23%) und die Zeitplanung von Meetings (23%) genannt, dennoch entfällt der Großteil der Arbeitszeit auf die detaillierte Designphase eines Projekts (32%). Wichtigste Themen für mögliche Verbesserungen sind Debugging-Werkzeuge (19%), Zeitplanung (17%) sowie die Erfahrung und Eignung beteiligter Entwickler (15%). 43% der Befragten geben aber an, dass Online-Trainings und Webinars eine der effektivsten Möglichkeiten zur Weiterbildung bieten. Jedoch werden nur knapp 10 Arbeitstage im Jahr für Fortbildungsmaßnahmen genutzt. Bei den Betriebssystemen setzen etwa 41% der Befragten quelloffene Lösungen ohne kommerzielle Unterstützung ein. Seit 2102 ist dieser Anteil von 31% stetig angestiegen. Genauso verloren kommerzielle Betriebssysteme mit einem Anteil von 40% in 2012 und 30% in 2017 an Bedeutung. Wichtigster Grund für den Einsatz eines kommerziellen Betriebssystems ist jedoch Echtzeitfähigkeit (45%). Das Überwiegend eingesetzte Betriebssystem ist Embedded Linux (22%), gefolgt von FreeRTOS (20%) und Eigenentwicklungen (19%). Für die nächsten 12 Monate planen aber 28% FreeRTOS einzusetzen, jedoch steigt auch der Anteil bei Embedded Linux auf 27%. Im Gegensatz dazu scheinen Hypervisor nur eine äußerst geringe Bedeutung einzunehmen. So setzten 85% der Befragten keinen ein und planen dies auch nicht. Die meisten Embedded-Projekte kommen mit nur einem Mikroprozessor (56%), überwiegend 32-Bit (63%) mit 10 – 99 MHz (34%), aus. Favorisierte Hersteller sind Microchip/Atmel (14%) und Texas Instruments (14%) sowie ST Microelectronis (11%) und NXP/Freescale/Qualcomm (11%). Wichtigstes Auswahlkriterium ist die Verfügbarkeit von Software-Entwicklungswerkzeugen (70%) gefolgt von der Prozessorleistung (38%) und den –kosten (34%). Der Einsatz von FPGAs nimmt hingegen zunehmend ab (35% in 2012 gegenüber 30% in 2017). Favorisierte Hersteller sind dabei Xilinx (55%) und Altera (42%). Beim Designprozess ist insbesondere die Simulation sehr wichtig (63%), was überwiegend mit MATAB (48%), gefolgt von LabVIEW (35%) und System C oder ähnlichen Hardwaresprachen (28%) angegangen wird. Zur Versionskontrolle werden hauptsächlich Git (38%) und Subversion (33%) eingesetzt.

Insgesamt würden sich die wichtigsten Aussagen der AspenCore-Studie mit einer VDC Research Studie von November 2016 decken. Dies betrifft insbesondere die Bedeutung quelloffener bzw. freier Betriebssysteme sowie IoT. Es kann also davon ausgegangen werden, dass Embedded Linux, getrieben durch das aufstrebende IoT zukünftig eine immer wichtigere Rolle einnehmen wird.

Weitere Informationen sind in der AspenCore-Studie zu finden, die kostenlos zur Verfügung steht.