Font Size

Cpanel

SensIDL ermöglicht einfache Implementierung von Kommunikationsschnittstellen in Sensorsystemen

Seit Anfang 2017 ist das Release 1.0.0 der quelloffenen Sensor Interface Definition Language (SensIDL) verfügbar. Das Projekt zur einfachen Implementierung von Kommunikationsschnittstellen in Sensorsystemen realisiert damit einen Code-Generator als Eclipse-Plugin, der ausgehend von einer Schnittstellenbeschreibung den für die Kommunikation notwendigen Implementierungscode automatisch erzeugt.

Das Eclipse-Plugin besteht im Wesentlichen aus der domänenspezifischen SensIDL, die sich aus einem Editor, einer Grammatik, einem Meta-Modell und Code-Generatoren zusammensetzt. Letztere nutzen die im Editor erzeugte Schnittstellenbeschreibung und die Definitionen im Meta-Modell, um eine sensorspezifische API auf Sensor- sowie auf Empfängerseite zum Setzen und Auslesen von Sensorwerten automatisch zu generieren. Diese API kann für verschiedene Programmiersprachen und Plattformen erzeugt werden. Auch Änderungen an einer Schnittstelle lassen sich somit innerhalb der SensIDL-Beschreibung vergleichsweise einfach für Sensor- und Empfängerseite realisieren. Parallel dazu erstellen die Code-Generatoren eine aktualisierte Dokumentation.

Darüber hinaus wurde eine Integration mit Eclipse Vorto realisiert, das ein von Bosch Software Innovations getriebenes Repository für Gerätebeschreibungen bereitstellt. Dabei lassen sich in Vorto gespeicherte Datenbeschreibungen in SensIDL-Instanzen übersetzen, aus denen der Implementierungscode erzeugt werden kann.

Das Projekt wurde hauptsächlich vom FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und vom Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. vorangetrieben und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmenprogramm der industriellen Gemeinschaftsförderung (IGF) vom 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 gefördert. Zur Sicherstellung industrieller Relevanz wurde das Projekt durch ein 16-köpfiges Industriekomitee aus den Bereichen Sensorik und Kommunikationstechnologie, Softwareentwicklung und Kommunikationsframeworks sowie Systemanbieter begleitet.

Vorrangig richtet sich das Projekt an kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), die im Gegensatz zu vollständigen Systemen auf kompatible Schnittstellen bei der Unterstützung und Vernetzung rechenschwacher Sensorknoten zurückgreifen müssen. Um Unternehmen mit proprietären Produkten nicht abzuschrecken wurde auf die Verwendung einer GPL verzichtet. Stattdessen setzt das Projekt auf eine Eclipse Public License (EPL). So können von Unternehmen entwickelte SensIDL-Module auch unter einer proprietären Lizenz vertrieben werden. Dennoch erhofft sich das Projekt durch den Aufbau einer Entwicklergemeinschaft gegenseitigen Erfahrungsaustausch und frei verfügbare Erweiterungen für SensIDL.

Inzwischen ist Version 1.0.0 des Projekts erschienen und über GitHub frei zugänglich. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Forschungsprojekts zu finden. Einen ausführlichen Artikel zu SensIDL haben Teammitglieder der beteiligten Forschungsinstitute am 10. Mai 2017 auf elektroniknet.de veröffentlicht.