Font Size

Cpanel

RISC-V Patches möglicherweise bald im Linux-Kernel

Am 22. Mai 2017 hat Palmer Dabbelt angekündigt, eine Portierung für die RISC-V Architektur in den Linux-Kernel einbringen zu wollen. Dafür wurde nun die erste Version der Portierung vorgestellt, die für die Aufnahme in den Kernel vorgesehen ist.

Zwar seien die Arbeiten an der Portierung noch nicht komplett, allerdings sei die Portierung weit genug, um in den Upstream-Prozess aufgenommen zu werden. So seien die binutils und die GCC-Portierungen bereits akzeptiert und freigegeben worden. Demnächst sollen nun die glibc-Patches eingereicht werden.

Die Portierung ziele auf Version 1.10 der RISC-V Privileged ISA (Befehlssatzarchitektur) ab und unterstütze die RV32 und RV64 User-Level ISAs. Die Patches seien so gebaut, dass sie auf dem Linux-Kernel 4.12-rc2 bootfähig sind. Da das Merge-Window für 4.12 bereits geschlossen sei, könne frühestens mit dem Linux-Kernel 4.13 mit einer Einbindung der Patches gerechnet werden. Insbesondere die RISC-V Gemeinschaft und ihre ungefähr 60 beteiligte Unternehmen seien an einer einzigen standardisierten Linux-Portierung interessiert. Palmer Dabbelt und Albert Magyar haben sich dabei für die Betreuung der Portierung angeboten.

Jedoch beinhaltet die Einbindung der Patches in den Kernel noch einige Herausforderungen. So handelt es sich bei der Portierung um sieben vergleichsweise große Einzelpatches, die alle ohne Zwischenschritte durchgeführt werden müssen, um einen kompilierbaren Kernel zu erhalten. Außerdem prüfen andere Kernel-Entwickler derzeit die Anwenderschnittstelle der Portierung. Somit ist momentan unklar, ob es die Portierung noch in den Kernel 4.13 schafft.

Die erste Version Portierung steht auf GitHub zur Verfügung. Weitere Informationen sind in der Ankündigung von Palmer Dabbelt zu finden.