Vorstellung des Linux-Hardware-Guide

Mit dem Linux-Hardware-Guide wird ein neuer Versuch unternommen eine Hardware-Datenbank für Linux-Geräte und deren Kompatibilität aufrechtzuerhalten. Unter www.linux-hardware-guide.com kann direkt auf die Datenbank in verschiedenen Sprachen zugegriffen werden. Das Projekt ist 2012 aus den Hardware-Artikeln im nicht mehr existierenden Online-Magazin LinuxNetMag enstanden. 

Nachdem schon einige Linux-Hardware Datenbanken (darunter auch solche von RedHat, Suse und Ubuntu) aufgrund des sehr hohen Verwaltungsaufwand eingeschlafen sind bzw. eingestellt wurden, bemüht man sich beim Linux-Hardware-Guide um eine besonders einfache Bereitstellung von Informationen zu Linux-Hardware und deren Kompatibilität. So kann mithilfe eines quelloffenen Skripts die Hardware gescannt werden und größtenteils automatisch zum Linux-Hardware-Guide hinzugefügt werden. Auch ein manuelles Eintragen ist möglich. In Debian-basierten Distributionen kann das Skript sogar als Hintergrund-Dienst ausgeführt werden, das den Linux-Hardware-Guide automatisch informiert, wenn neue Hardware-Komponenten an das System angeschlossen werden. Nach dem Scan werden die hochzuladenden Daten anonymisiert, indem MAC- und IP-Adressen aus den Logs entfernt werden. Bereits vorhandene sowie unbekannte Hardware-Komponenten können dann auf der Webseite kommentiert und bewertet werden. Bevor jedoch unbekannte Komponenten veröffentlicht werden, werden diese zuvor von einem registrierten Mitglied des Linux-Hardware-Guide gesichtet und gegebenenfalls in ihrer Beschreibung editiert. Sucht ein Linux-Nutzer anschließend nach neuer Hardware, so kann er die Suchergebnisse so filtern, dass nur Linux-kompatible Einträge angezeigt werden, die auch in seinem Land verfügbar sind.

Aktuell besteht die Datenbank aus etwa 2578 Hardware-Komponenten mit insgesamt 5374 Nutzerbewertungen zur Linux-Kompatibilität sowie etwa 900 Nutzer-Kommentaren zu weiteren Kompatibilität-Details. Die Daten stammen bisher aus etwa 840 Hardware-Scans aus 27 verschiedenen erkannten Distributionen. Mehr als die Hälfte der Scans wurden von Ubuntu hochgeladen.

Für die Datenbank wird eine Eigenfinanzierung angestrebt, damit der Dienst langfristig aufrechterhalten werden kann. Neben den Kosten für die Server sollen unter Umständen auch Dienstleistungen wie Übersetzungen bezahlt werden können. Daher basiert die Finanzierung auf der Zusammenarbeit mit Hardware-Anbietern (z.B. Amazon). Spenden und Banner würden bisher nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Gewinne des Projekts, die sich aus den über die Partnerprogramme erzielten Überschüsse abzüglich der Server-Miete zusammensetzen, können seit dem 1. Juli 2016 an Linux- und FOSS-Projekte gespendet werden. Die Nutzer des Linux-Hardware-Guide können dabei mitbestimmen, welche Projekte gefördert werden sollen. Das Gewicht einer Nutzerstimme ist dabei umso bedeutender, je höher die Aktivität im Linux-Hardware-Guide ist. Dafür kann jeder Nutzer pro Quartal so genannte Karma-Punkte sammeln. Die Gesamtsumme der Spende richtet sich nach den über die Datenbank vermittelten Hardware-Käufe. Neben dem Linux-Hardware-Guide selbst, wird momentan unter anderem noch an die Linux Foundation, die Free Software Foundation, Linux Mint und einige weitere Projekte gespendet. Auch jeder Hardware-Scan, sogar von nicht registrierten Benutzern, führt zu einer Spende für die Distribution, von der aus der Scan hochgeladen wurde.

Das Projekt setzt beim Content Management auf Wordpress und visualisiert die gesammelten Daten über selbst erstellte oder adaptierte Wordpress-Plugins. Im Hintergrund arbeiten Ubuntu-, Apache-, NGINX- und MySQL-Server. Die Software sowie das Scan-Skript sind auf GitHub unter einer quelloffenen Lizenz verfügbar. Unterstützung bei der Weiterentwicklung des Projekts ist gern gesehen. Interessierte können sich auch für die Mailingliste eintragen oder Ideen, Verbesserungen und Fehlermeldungen im Issue Tracker kommunizieren.

Weitere Informationen können der offiziellen Einführung (in Englisch oder Deutsch) entnommen werden.