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FSF Vorsitzender zum Verkauf von GPL-Ausnahme Lizenzen


Richard Stallman, Vorsitzender und Gründer der Free Software Foundation (FSF), hat in seinem eigenen Weblog einen Eintrag verfasst, in demr er die umstrittene Frage des Verkaufes von GPL-Ausnahmen diskutiert.

Der aktuelle Anlass zu diesen Eintrag ist die mögliche Übernahme von Sun durch Oracle. Sun verkauft Lizenzen für die kommerzielle Nutzung von der Datenbank MySQL, welche der Allgemeinheit unter der GPL zur Verfügung steht. Dabei ist Sun nicht das einzige Unternehmen mit einem solches Geschäftsmodell. Nokia beziehungsweise Trolltech betreibt ein ähnliches Geschäftsmodell mit der Qt-Library. Diese steht ebenfalls unter einer freien Lizenz, wird aber zum kommerziellen Gebrauch unter einer anderen Lizenz vermarktet, welche dann Ausnahmen zur GPL enthält. Solche Ausnahmen erlauben es dann beispielsweise die Software in proprietäre Produkte zu integrieren.

 

Stallman schreibt, dass der Verkauf von Lizenzen für die kommerzielle Nutzung von Software unter der GPL etwas grundsätzlich anderes ist als der Verkauf von Software, welche nicht frei verfügbar ist. Er ist der Meinung das proprietäre Software sowie proprietäre Erweiterungen freier Software generell ethisch nicht vertretbar sind. Der Verkauf von Lizenzen für freie Software behält die Gleichheit des Codes bei und ist deshalb auch weniger schwerwiegend. Zentraler Punkt ist für Stallman dabei die Frage ob es ethisch akzeptabel ist, dass die Entwickler solche Ausnahmen zur GPL verkaufen. Ein Blick auf andere Lizenzen ist bei diesem Thema durchaus hilfreich. Die BSD-Lizenz oder auch die X11-Lizenz erlauben den Einbau des Codes ohne Einschränkungen in proprietäre Produkte. Für Stallman sind auch diese Lizenzen akzeptabel  aber gegenüber der GPL eher die ethisch schlechtere Wahl. Wenn diese Lizenzen akzeptabel sind, muss auch der Verkauf von GPL-Ausnahmen akzeptiert werden.

 

Richard Stallman bestätigt aber, dass die FSF nicht darauf bestehen will, dass Firmen keine GPL-Ausnahmen verkaufen dürfen.

 

Weitere Informationen:

- http://www.fsf.org/blogs/rms